Natürliche oder pharmazeutische Potenzmittel?

Seit unzähligen Generationen hat die Männerwelt Angst, nicht mehr ihren Mann stehen zu können. Die erektile Dysfunktion ist ein Übel, das die Menschheit von Beginn an plagte. Da die Menschen jedoch auch erfinderisch sind, existieren zahlreiche verschiedene Mittel und Präparate, die den Männern versprechen, bei der erektilen Dysfunktion Abhilfe zu schaffen und ihnen wieder ein befriedigendes Sexualleben zu ermöglichen. Doch angesichts der Vielzahl der Präparate fällt eine Entscheidung nicht unbedingt leicht. Alle haben ihre ganz eigenen Wirkungsweisen. Doch wirken sie auch wirklich? Welches ist das beste Potenzmittel, das derzeit am Markt ist? Eine Analyse.

Die Ursachen der erektilen Dysfunktion

Zunächst einmal kann die Frage nicht so leicht beantwortet werden. Denn eine erektile Dysfunktion ist nicht einfach eine erektile Dysfunktion, sondern hat verschiedene Ursachen und Grade. Eine erektile Dysfunktion tritt nicht allein auf, sondern ist in der Regel eine Begleiterscheinung zu einer tiefer liegenden Ursache. Dieser Ursache können körperliche oder seelische Faktoren zugrunde liegen. Je nach Art der Ursache ist ein anderer Grad der erektilen Dysfunktion damit verbunden. Somit sind auch je nach Ursache und Grad individuelle Strategien der Behandlung notwendig und unterschiedliche Potenzmittel geeignet. Stellt sich eine erektile Dysfunktion ein, sollte also ein Arzt aufgesucht werden, damit die geeignete Behandlung gefunden wird. Von einer Behandlung im Alleingang wird abgeraten, da einige Potenzmittel bei bestimmten Vorerkrankungen nicht geeignet sind.

Körperliche Faktoren

Körperliche Faktoren und Krankheiten sind die häufigsten Auslöser einer erektilen Dysfunktion. Vor allem die klassischen Zivilisationskrankheiten, also Krankheiten, die vor allem und gehäuft in den modernen Industriestaaten auftreten, sind für eine erektile Dysfunktion verantwortlich. Dazu gehören Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lebererkrankungen oder Multiple Sklerose. In diesem Fall müssen unbedingt die grundlegenden Erkrankungen, die die erektile Dysfunktion auslösen, ärztlich behandelt werden. Die Einnahme von einigen Potenzmitteln kann einige der Erkrankungen verschlimmern, wenn diese nicht behandelt werden. Wann und in welchem Stadium der Behandlung oder Erkrankung eine Einnahme von Potenzmitteln erforderlich oder ist, kann nur ein Mediziner entscheiden.

Seelische Faktoren

Auch die seelischen Faktoren, die eine erektile Dysfunktion auslösen, müssen behandelt werden. Zumindest die meisten. Wenn der Streß des Alltags, in der Beziehung oder am Arbeitsplatz der Auslöser für die erektile Dysfunktion sind, genügt es oftmals, einen Gang herunterzuschalten, das Leben etwas zu entschleunigen und ein klärendes Gespräch zu führen. Bei gravierenderen seelischen Problemen, welche eine erektile Dysfunktion auslösen, sollte ein Therapeut aufgesucht werden. Diese Probleme können sehr vielfältig sein und von Traumata durch sexuellen Mißbrauch bis hin zur Pornosucht reichen. Wird in diesem Fall ohne ärztliche Hilfe auf Potenzmittel zurückgegriffen, wird das Problem nicht gelöst, sondern lediglich verlagert.

Faktoren können in jedem Alter auftreten

Die jeweiligen Faktoren sind nicht unbedingt an eine bestimmte Altersgruppe gebunden, sondern können in der Regel in jedem Alter auftreten. Allerdings sind die körperlichen Faktoren eher bei älteren Männern zu beobachten. Je nach Grunderkrankung können unterschiedliche Grade der erektilen Dysfunktion eintreten. Streß beispielsweise verursacht zumindest zu Anfang eher eine leichte erektile Dysfunktion, die schnell in den Griff bekommen werden kann. Bei den gravierenderen seelischen Erkrankungen und den vielen körperlichen Erkrankungen wird oftmals eine mittelschwere erektile Dysfunktion diagnostiziert, die einer Behandlung bedarf. Werden die Erkrankungen länger nicht erkannt und behandelt, kann eine schwere erektile Dysfunktion entwickelt werden.

Präparate aus Flora und Fauna

Nun hat die Menschheit, wie bereits erwähnt, mit der ihr eigenen Neugier und Gabe der Erfindungskraft im Laufe ihrer Geschichte zahlreiche Präparate entwickelt, mit denen sie gegen die erektile Dysfunktion vorgehen konnten. Hierfür bedienten sie sich aus der Natur, Flora und Fauna stellten zahlreiche Möglichkeiten bereit, um die erektile Dysfunktion zu behandeln. Und die Menschheit war nicht zimperlich, sondern kreativ und manchmal sogar todesmutig, um herauszufinden, was wirkt. So wurden nicht nur harmlose Produkte wie Baumrinde oder Wurzeln verarbeitet und eingenommen, sondern auch giftige Tiere wie die spanische Fliege oder bestimmte Pilzsorten verwendet, um Herr über die erektile Dysfunktion zu werden. Es heißt ja, daß die Dosis das Gift macht, was auch stimmt. Doch manches Mal sind die Menschen auch über das Ziel hinaus geschossen, wie beispielsweise einige geplante Orgien im dekadenten späten römischen Reich zeigten, die einen tragischen Ausgang hatten. Nicht zuletzt, weil das Potenzmittel heimlich dem Essen beigemischt wurde.

Die Wirkung der natürlichen Mittel schwankt stark

Generell kann gesagt werden, daß die natürlichen Potenzmittel höchstens geeignet sind, eine leichte bis maximal eine mittelschwere erektile Dysfunktion zu behandeln. Wenn der Mann Glück hat. Denn die Wirkung der pflanzlichen und tierischen Präparate kann nur mit „mehr schlecht als recht“ bezeichnet werden. Denn die Höhe der Dosis der Wirkstoffe ist je nach den spezifischen Umweltbedingungen, unter denen das pflanzliche oder tierische Produkt entstanden ist, stark schwankend. Ebenso wie die biologische Verfügbarkeit der Wirkstoffe. Hinzu kommt, daß es sich bei den pflanzlichen und tierischen Präparaten nur bedingt um Potenzmittel handelt, sondern eher um Aphrodisiaka, die Lust auf Sex erzeugen sollen und weniger auf die erektile Dysfunktion einwirken sowie über eine längere Zeit eingenommen werden müssen, damit die gewünschte Wirkung eintritt. Eine schwere erektile Dysfunktion, bei der die Lust auf Sex einerseits da ist, sich aber nichts regen will, kann daher kaum mit den Mitteln behandelt werden.

Die Zäsur auf dem Markt der Potenzmittel

Die Behandlung der erektilen Dysfunktion war somit lange Zeit eher eine Glückssache. Dies hat sich im Jahr 1998 geändert, als das Pharmaunternehmen Pfizer die Welt der Potenzmittel vollkommen umkrempelte und für die von einer erektilen Dysfunktion geplagte Männerwelt eine enorme Erleichterung verschaffte. In diesem Jahr brachte das Unternehmen Viagra auf den Markt, ein Potenzmittel, das endlich effektiv wirkte. Untersuchungen ergaben, daß das Präparat bei mehr als zwei Dritteln aller Männer zuverlässig anschlägt, Betroffene waren in der Lage, nach der Einnahme eine Erektion aufzubauen und wieder Sex zu haben. Die Nachricht verbreitete sich ebenso wie die kleinen, blauen rautenförmigen Pillen wie ein Lauffeuer.

Hohe biologische Verfügbarkeit der Wirkstoffe

Der Ruf eilte dem Präparat voraus, wie spätere Studien belegen. Denn in einigen Untersuchungen konnten auch einige von einer erektilen Dysfunktion betroffene Männer eine Erektion aufbauen, die sich in einer Kontrollgruppe befanden und ohne ihr Wissen ein Placebo erhielten. Allein der Glaube, Viagra kaufen reichte bereits, um die Erektion aufbauen zu können. Im Laufe der Jahre folgten mit Cialis und Levitra weitere Potenzmittel auf Basis von PDE-5-Hemmer, einer effektiven Wirkstoffgruppe. Die biologische Verfügbarkeit von Vertretern dieser Gruppe ist sehr hoch, zudem schwankt die Höhe der Dosierung der Wirkstoffe in den unter Laborbedingungen hergestellten Medikamenten nicht. Dies sind nur einige der Vorteile der synthetischen Potenzmittel gegenüber den natürlichen Präparaten.

Viagra und Co. sind vorzuziehen

Diese synthetischen Medikamente müssen zudem nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, um zu wirken. Die Wirkung setzt nach einer kurzen Zeit ein, bei Levitra benötigt der Wirkstoff zur Entfaltung lediglich 10 Minuten. Zudem ist der Zeitraum der Wirkung sehr lang, bei Cialis beträgt die Wirkdauer sogar bis zu 17 Stunden. Diese Medikamente sind also bei einer erektilen Dysfunktion vorzuziehen, vor allem bei einer schweren erektilen Dysfunktion. Doch wie gesagt, es ist ratsam, diese Präparate nicht in Eigenregie zu kaufen und einzunehmen, sondern nur nach Rücksprache mit einem Arzt. Zumindest vor der ersten Einnahme sollte dieser konsultiert werden.